Das Lagerhaus als Handwerkerdorf: Zusammenarbeit als Erfolgsrezept

Der Mietvertrag für seine Fläche im Lagerhaus Kloten fühlte sich für Thomas Buchwalder von Buchwalder Metallbau wie ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk an. Mit seinen Nachbarn im Lagerhaus arbeitet Buchwalder seit dem Einzug im Jahr 2015 eng zusammen.

Thomas Buchwalder war gerade dabei, mit seiner Firma Buchwalder Metallbau und Glasbau im Lagerhaus Kloten einzuziehen, als Richard Frischknecht, damaliger Inhaber der Firma Frischknecht Holzbau zu ihm kam und sagte: «Hier arbeiten wir zusammen. Wenn du Hilfe brauchst, dann komme ich.»

Das war im Jahr 2015. Und diese Kultur hält bis heute an, sagt Buchwalder. «Mit praktisch jeder Firma hier im Lagerhaus hatte ich schon zu tun.» Der Metallbauer produziert unter anderem Handläufe, Treppen, Türen, Sichtschutzelemente oder Geländer aus Aluminium, Stahl oder Chromstahl. Diese Materialien kombiniert er auch mit Glas und Holz. Daneben bietet er auch einen Reparaturservice an.

Buchwalder arbeitet im Lagerhaus eng mit seinen Nachbarn zusammen. Man gibt sich gegenseitig Aufträge und hilft sich. «Wir bilden ein Handwerkerdorf im Lagerhaus», sagt Buchwalder. «Ich nenne uns gerne auch Downtown Handwerk.»

Neuer Standort gesucht

Bei der Gründung seines Geschäfts im Jahr 1999 arbeitete Thomas Buchwalder in einem ehemaligen Schweinstall in Urdorf. Dieser sei «munzig klein» gewesen, und schnell brauchte der Metallbauer mehr Platz. Diesen fand er in Rümlang in einer Halle des Schloss- und Tresorherstellers Dormakaba AG. «Das war ein grosser Schritt für mich», sagt Buchwalder. Denn dort konnte er auch grössere Aufträge umsetzen. 2014 wurde die Halle jedoch zu Büros umgebaut und Buchwalder musste einen neuen Standort für seine Metallbaufirma finden. Keine leichte Aufgabe: «Region, Fläche und Preis müssen stimmen.» Ein Handwerkernachbar erzählte ihm daraufhin, dass er ins Lagerhaus Kloten ziehen werde. Also fragte Buchwalder auch bei der Familie Keller an. Kurz vor Weihnachten unterzeichnete er den Mietvertrag. «Das war wie ein frühes Weihnachtsgeschenk für mich.»

«Könnte hier einziehen»

Im Lagerhaus Kloten hat er genau das, was er für seine Metall- und Glasbaufirma braucht: Genügend Fläche mit «etwas Luft» um den Arbeitsplatz, um auch grössere Arbeiten umzusetzen. Buchwalder arbeitet meistens alleine. Nur für die Montage schwerer Teile holt er sich Unterstützung vom Glaser, bei dem er seine Glassachen bestellt.

Wenn er tagsüber eine Pause braucht, hat er im Lagerhaus ein Zelt, in das er sich für ein Nickerchen hinlegt. «Ich könnte glatt hier einziehen», sagt er lachend. Er fühle sich hier sowieso wie zuhause. Mit all den anderen Firmen, die im Lagerhaus eingemietet sind, arbeite er so gut zusammen – das sei ein grosses Glück. «Es ist ein Geben und Nehmen – das hat wohl kaum ein anderer Betrieb», sagt Buchwalder.  Zuerst habe er immer gesagt, dass er von Rümlang nicht weggehen würde: «Aber als ich im Lagerhaus einzog, war mir klar, ich will nie mehr zurück.»

Warten aufs Restaurant

Seinen Mietvertrag unterschrieb Buchwalder noch bei Matthias Keller. Mit Men und Flurina ist nun die junge Generation am Drücker. «Ich bin froh, dass sie das Lagerhaus weiterhin so betreiben, dass ich bleiben und hier arbeiten kann», sagt Buchwalder. Das wolle er nämlich noch lange. Ein Ort in der Nähe von Zürich, wo Kleingewerbe und KMU Platz haben, sei schwer zu finden.

Besonders gespannt ist der Metallbauer auch auf das Restaurant, das eines Tages im Lagerhaus – als einer von drei Gastrobetrieben – einziehen soll. «Das Gasthaus Sonne fehlt mir nämlich sehr.»

Neugierig geworden?
Wer das Lagerhaus Kloten einmal selbst erleben will, ist herzlich willkommen. Ob lokal verankerter Handwerksbetrieb oder ein KMU mit Platzbedarf ­– wir lernen dich gerne kennen.