Sonnenenergie für das Lagerhaus Kloten: Die neue PV-Anlage ist in Betrieb

In den letzten zwei Jahren entstand auf den historischen Dächern des Lagerhaus Kloten eine der grösseren Solaranlagen der Region. Nun ist sie in Betrieb – ein grosser Schritt hin zu mehr Nachhaltigkeit, regionaler Zusammenarbeit und intelligenter Energieversorgung.

Das Lagerhaus Kloten hat einen wichtigen Meilenstein für die künftige Ausrichtung des Unternehmens erreicht: Die neue Photovoltaikanlage ist in Betrieb. Mit einer Gesamtleistung von rund 608 Kilowatt ist sie die grösste Anlage der Stadt Kloten. Gemeinsam mit der bereits bestehenden PV-Anlage der Firma Hirsch Ruckstuhl AG kommen sogar insgesamt rund 730 Kilowatt Solarleistung zusammen.

«Das Projekt war für uns weit mehr als eine reine Energieinvestition», sagt Men Keller, der das Lagerhaus Kloten zusammen mit seiner Schwester Flurina Keller besitzt und verwaltet. «Es war auch ein Bekenntnis zu nachhaltigem Bauen, zur Zusammenarbeit mit lokalen Unternehmen und zum langfristigen Erhalt unseres historischen Industrieareals.»

Bauen auf über 100 Jahre alten Dächern

Die Umsetzung der Anlage brachte einige Herausforderungen mit sich. Viele der Dächer des Lagerhauses sind über 100 Jahre alt, und zu einigen Gebäuden existieren heute kaum noch vollständige Unterlagen oder Pläne. Besonders bei den Flachdächern war die statische Berechnung eine anspruchsvolle Aufgabe.

Dabei unterschieden sich die Dächer stark: Die Kiesdächer wurden recht einfach angepasst, indem nach der Installation weniger Kies als zuvor aufgebracht wurde. Komplexer waren hingegen die Foliendächer. Hier arbeiteten mehrere Statiker und Planer gemeinsam an Lösungen, die teilweise direkt vor Ort nochmals überarbeitet und angepasst werden mussten. «Es war eine Freude zuzusehen, wie die involvierten Firmen die auftauchenden Probleme Hand in Hand gelöst haben», sagt Keller.

Auch bei der Sanierung der historischen Sheddächer, die dem Lagerhaus seine ikonische Silhouette verleihen, war es der Familie Keller wichtig, möglichst viel bestehende Substanz zu erhalten. So blieb beispielsweise die innere Holzverkleidung bewusst erhalten. Das alte Holz ist nach wie vor in gutem Zustand. «Es entspricht unserem Verständnis von Nachhaltigkeit, funktionierende Materialien nicht unnötig zu ersetzen», sagt Men Keller.

Bei den Arbeiten in der Sheddach-Halle kam auch ein fast 100-jähriger Kran zum Einsatz, der zur mobilen Arbeitsbühne umfunktioniert wurde. Damit konnten die Arbeiter oben unter dem Dach komfortabel wirken, während die Mieter des Lagerhaus Kloten darunter weiter ihrer Arbeit nachgehen konnten

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Umweltfreundliche Materialien und regionale Partnerschaften

Nachhaltigkeit spielte beim gesamten Projekt eine zentrale Rolle – sowohl bei der Auswahl der Materialien als auch bei den beteiligten Unternehmen: Die Sheddächer wurden mit natürlichen Materialien wie Schafwolle und Hanf-Jute isoliert. Bei den Flachdächern kamen nachhaltige Dämmstoffe zum Einsatz, die teilweise aus Muschelkalk hergestellt werden. Die Solarpanels stammen aus der Schweiz und aus Deutschland, ebenso die Wechselrichter.

Besonders stolz sind die Geschwister Keller darauf, dass viele kleinere und regionale Unternehmen am Projekt beteiligt waren: «Nicht alle bringen Erfahrung mit Grossanlagen mit – dennoch war für uns klar, dass wir bewusst mit lokalen KMU und langjährigen Partnern zusammenarbeiten möchten», sagt Men Keller. Viele davon sind selbst Mieter oder seit Jahren mit dem Lagerhaus Kloten verbunden.

Zu den beteiligten Firmen gehören unter anderem:

Der nächste Schritt: Energie intelligent nutzen

Mit der Inbetriebnahme der Anlage ist das Projekt noch nicht abgeschlossen. In den kommenden Monaten wollen Flurina und Men Keller zunächst Erfahrungen im Betrieb der Anlage sammeln und die gewonnenen Erkenntnisse für die nächste Ausbauphase nutzen.

Im Fokus steht dabei die Integration einer Industriebatterie. Ziel ist es, künftig auch Nacht- und Lastspitzen möglichst mit eigenem Solarstrom abzudecken. Parallel wird geprüft, wie weitere Mieter auf dem Areal von der erzeugten Energie profitieren können – entweder durch eine direkte Anbindung oder über eine lokale Elektrizitätsgemeinschaft (LEG). «Zusätzlich arbeiten wir an intelligenten Energiemanagement-Systemen, um den Stromverbrauch weiter zu optimieren, sowie am Ausbau zusätzlicher Ladestationen auf dem Areal», sagt Men Keller.

Historisches mit moderner Technik

Die neue PV-Anlage ist für das Lagerhaus Kloten ein wichtiger Schritt Richtung nachhaltige Energiezukunft. Gleichzeitig zeigt das Projekt, dass sich historische Industriegebäude und moderne Energietechnik erfolgreich verbinden lassen – mit Respekt vor der bestehenden Architektur, mit regionalen Partnern und mit einem klaren Fokus auf langfristige Nachhaltigkeit.

«Das Projekt war für mich auch ein Projekt mit viel Symbolik fürs Lagerhaus», sagt Men Keller. Denn auch in Zukunft sollen Handwerksbetriebe im Lagerhaus ein Zuhause finden, die gemeinsam in Kloten für Kloten arbeiten.